Einleitung
Gabriele Kunze war über Jahrzehnte hinweg eine der bekanntesten journalistischen Stimmen der deutschsprachigen Gemeinschaft auf Mallorca. Als dienstälteste Mitarbeiterin des Mallorca Magazins prägte Gabriele Kunze mit ihrer wöchentlichen Kolumne, ihren Reportagen und ihrem journalistischen Kürzel „G.K.” die Berichterstattung über Kultur, Gesellschaft und Alltag der Insel wie kaum eine andere. Ihr Tod im Juli 2025 markierte das Ende einer bemerkenswerten publizistischen Laufbahn, die eng mit der deutsch-mallorquinischen Geschichte der Insel verbunden war. Dieser Artikel zeichnet das Leben von Gabriele Kunze umfassend nach – von den Anfängen in Frankfurt über ihre Karriere auf Mallorca bis zu ihrem letzten Lebensabschnitt.
Hinweis zur Namensgleichheit: Es gibt eine weitere öffentlich bekannte Gabriele Kunze, die Ehefrau des Musikers Heinz Rudolf Kunze. Bei ihr handelt es sich um eine andere Person; dieser Artikel widmet sich ausschließlich der Mallorca-Journalistin und Kolumnistin Gabriele Kunze.
Gabriele Kunze im Überblick
| Merkmal | Belegbarer Stand |
| Voller Name | Gabriele Kunze |
| Geboren | 30. Januar 1949 in Frankfurt am Main |
| Gestorben | 20. Juli 2025 in Palma (Klinik Son Espases), im Alter von 76 Jahren |
| Beruf | Kulturredakteurin, Kolumnistin, Buchautorin |
| Bekannt als | Dienstälteste Mitarbeiterin des Mallorca Magazins |
| Auszeichnung | „Europäerin des Jahres” 2004 (Balearen) |
| Ehemann | Giovanni Kunze (verheiratet 1974, gestorben 1993) |
| Lebenspartner | David Zisman, englischer Bildhauer (ab 1995, gestorben 2022) |
| Wohnort | Landhaus bei Puigpunyent, Mallorca |
| Journalistisches Kürzel | G.K. |
Wer war Gabriele Kunze?
Gabriele Kunze wurde am 30. Januar 1949 in Frankfurt am Main geboren. Nach dem Abitur begann sie ein Studium der Anglistik und Romanistik, das sie jedoch nicht abschloss. Stattdessen entdeckte Gabriele Kunze mit 25 Jahren ihre Leidenschaft für ferne Länder und eröffnete in Ratingen ihr eigenes Reisebüro. In dieser Zeit lernte sie den damaligen Tui-PR-Manager Giovanni Kunze kennen, den sie 1974 heiratete. Über Stationen in Nürnberg und Hannover führte der gemeinsame Weg des Paares 1980 schließlich nach Mallorca – ein Umzug, der das weitere Leben und die berufliche Laufbahn von Gabriele Kunze entscheidend prägen sollte.
Der Weg von Gabriele Kunze zur Mallorca-Journalistin
Auf der Insel angekommen, arbeitete Gabriele Kunze zunächst als Reiseleiterin für Tui. Parallel begann sie, für touristische Kundenmagazine und Reiseführer zu schreiben, und leitete zeitweise in Eigenregie den deutschen Rundfunksender „Radio Alemán”. Der entscheidende Wendepunkt kam 1986: Der damalige Co-Herausgeber und Chefredakteur des Mallorca Magazins, Wolfram Seifert, bot Gabriele Kunze eine redaktionelle Mitarbeit in dem damals noch jungen Blatt an. Aus diesem Angebot wurde eine journalistische Laufbahn, die sich über fast vier Jahrzehnte erstreckte und Gabriele Kunze zur dienstältesten Mitarbeiterin des Magazins machte.
Als Kulturredakteurin, Garten- und Gastronomieexpertin sowie Buchautorin verfasste Gabriele Kunze Berichte, Artikel und Porträts über Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur und Gesellschaft der Insel. Ihr journalistisches Kürzel „G.K.” war in der Redaktion einzigartig: Sie war die Einzige, der es vorbehalten war, Großbuchstaben zu verwenden. Über die reine Redaktionsarbeit hinaus schrieb Gabriele Kunze zudem Bücher mit klassischen Kochrezepten, Reiseführer über Mallorca und Märchensammlungen aus der Inselwelt – und machte damit die Geschichte, Folklore und Traditionen Mallorcas seit Mitte der 1980er-Jahre einem breiten deutschsprachigen Publikum zugänglich.
Gabriele Kunze als „Europäerin des Jahres”
Für ihren jahrzehntelangen Einsatz für die deutsch-mallorquinische Freundschaft wurde Gabriele Kunze 2004 von der Bürgervereinigung „Ciudadanos Europeos” zur „Europäerin des Jahres” auf den Balearen gekürt. Die Auszeichnung überreichte ihr der damalige balearische Ministerpräsident Jaume Matas persönlich. Diese Ehrung würdigte die Rolle von Gabriele Kunze als Brückenbauerin zwischen den Kulturen: Als enzyklopädische Expertin Mallorcas wurde sie zu einem wichtigen Bindeglied zwischen deutschen Insel-Residenten und der einheimischen mallorquinischen Bevölkerung.
Auch abseits der Redaktionsarbeit förderte Gabriele Kunze die lokale Kunstszene. Ihre legendären Sommerfeste auf ihrer Finca dienten nicht nur der Geselligkeit – sie boten lokalen Kunstschaffenden eine Bühne, um ihre Werke auszustellen und an die geladenen Gäste zu verkaufen.
Privatleben von Gabriele Kunze: Verluste und neue Bindungen
Das Privatleben von Gabriele Kunze war von tiefen persönlichen Einschnitten geprägt. 1993 verlor sie unerwartet ihren Ehemann Giovanni, mit dem sie seit 1974 verheiratet war. Ab 1995 fand Gabriele Kunze eine neue Partnerschaft mit dem englischen Bildhauer David Zisman, der schließlich in ihr Landhaus hoch oberhalb des Dorfes Puigpunyent einzog. Über ihn erschloss sich Gabriele Kunze – von vielen liebevoll „Gabriela” genannt – neben der deutschen und mallorquinischen auch die englischsprachige Gemeinschaft der Insel.
Obwohl sie selbst nie eigene Kinder haben konnte, wurde Gabriele Kunze durch Zismans Sohn Saffi zur begeisterten Großmutter von zwei Enkelinnen. Auch diese zweite große Liebe ihres Lebens musste sie verabschieden: David Zisman starb im Oktober 2022.
In ihren letzten Lebensjahren zog sich Gabriele Kunze zunehmend zurück. Sie widmete sich ihrem Garten, besuchte das kommunale Freibad und Yoga-Kurse in ihrem Bergdorf und kümmerte sich liebevoll um ihre drei Katzen. Auf ihrem weitläufigen, teils verwilderten Grundstück mit Blick auf die Berge beobachtete Gabriele Kunze zuletzt regelmäßig einen freilebenden Waschbären, den die Umweltbehörde vergeblich einzufangen versuchte. Trotz einer zunehmenden Sprachstörung, die Telefonate erschwerte, blieb sie über Mails und WhatsApp-Nachrichten in Kontakt mit ihrem Umfeld – ihr Geist war bis zuletzt klar, und sie verfolgte das politische Zeitgeschehen weiterhin aufmerksam.
Unfall und Tod von Gabriele Kunze
Gabriele Kunze lebte allein in ihrem Haus in den Bergen bei Puigpunyent, als sie in der Nacht zum Donnerstag, 10. Juli 2025, stürzte und sich einen schweren Hüftbruch zuzog. Freunde fanden sie und alarmierten den Notdienst. Trotz intensiver ärztlicher Bemühungen in der Klinik Son Espases in Palma, wo sie durch altersbedingte Vorerkrankungen bereits geschwächt war, erlag Gabriele Kunze am Sonntag, 20. Juli 2025, im Alter von 76 Jahren ihren Verletzungen. Sie trotzte dem Tod dabei deutlich länger, als die ärztliche Prognose zunächst erwarten ließ. In ihren letzten Tagen standen ihr Cousine Sabine aus München sowie enge Freunde zur Seite.
Bemerkenswert: Nur wenige Tage vor ihrem Unfall hatte Gabriele Kunze der Redaktion noch ein ganzes Dutzend Kolumnen zukommen lassen – ein Beleg für ihre bis zuletzt ungebrochene journalistische Disziplin. Das Mallorca Magazin kündigte an, diese Beiträge in den folgenden drei Monaten zu veröffentlichen. Dem eigenen Wunsch von Gabriele Kunze entsprechend fand keine öffentliche Trauerfeier statt; die Abschiednahme erfolgte im engen Familien- und Freundeskreis in ihrem Dorf.
Warum Gabriele Kunze in Erinnerung bleibt
Das Vermächtnis von Gabriele Kunzes reicht weit über einzelne Artikel hinaus. Fast vier Jahrzehnte lang war sie eine verlässliche journalistische Stimme, die mit Fachkenntnis, Lebenserfahrung und einer eigenständigen, kämpferischen Persönlichkeit auftrat. Gabriele Kunze machte Mallorcas Kultur, Geschichte und Traditionen einem breiten deutschsprachigen Publikum zugänglich und leistete damit einen bleibenden Beitrag zur Verständigung zwischen den Kulturen der Insel. Pompöses war ihr dabei stets zuwider – ihr Wirken war geprägt von Substanz statt Inszenierung.
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Häufige Fragen zu Gabriele Kunze
Gabriele Kunzes war eine deutsche Journalistin, Kulturredakteurin und Kolumnistin, die fast vier Jahrzehnte lang für das Mallorca Magazin schrieb und 2004 als „Europäerin des Jahres” auf den Balearen ausgezeichnet wurde.
Gabriele Kunzes wurde am 30. Januar 1949 in Frankfurt am Main geboren.
Gabriele Kunzes wurde bekannt als langjährige Kulturredakteurin und Kolumnistin des Mallorca Magazins, als Buchautorin von Kochbüchern, Reiseführern und Märchensammlungen über Mallorca sowie als Brückenbauerin zwischen der deutschen und mallorquinischen Gemeinschaft.
Gabriele Kunzes starb am 20. Juli 2025 im Alter von 76 Jahren in der Klinik Son Espases in Palma. Sie war zehn Tage zuvor in ihrem Haus bei Puigpunyent gestürzt und hatte sich einen schweren Hüftbruch zugezogen.
Ja. Gabriele Kunzes war seit 1974 mit Giovanni Kunze verheiratet, der 1993 unerwartet verstarb. Ab 1995 war sie mit dem englischen Bildhauer David Zisman liiert, der 2022 verstarb.
Gabriele Kunzes konnte selbst keine eigenen Kinder bekommen, wurde jedoch durch ihren Partner David Zisman und dessen Sohn Saffi zur Großmutter von zwei Enkelinnen.
Gabriele Kunzes erhielt die Auszeichnung 2004 für ihren langjährigen Einsatz als Brückenbauerin zwischen der deutschen und der mallorquinischen Gemeinschaft, überreicht vom damaligen balearischen Ministerpräsidenten Jaume Matas.
Neben ihrer wöchentlichen Kolumne verfasste Gabriele Kunzes Kochbücher mit klassischen mallorquinischen Rezepten, Reiseführer über die Insel und Märchensammlungen aus der mallorquinischen Kultur.
Nein. Es handelt sich um zwei unterschiedliche Personen, die zufällig denselben Namen tragen. Dieser Artikel behandelt die Mallorca-Journalistin Gabriele Kunzes.
Fazit
Gabriele Kunze war weit mehr als eine Kolumnistin – sie war eine Institution der deutschsprachigen Kulturszene auf Mallorca. Von ihren Anfängen als Reisebüro-Inhaberin in Ratingen über Jahrzehnte journalistischer Arbeit bis zu ihrer Auszeichnung als „Europäerin des Jahres” hinterließ Gabriele Kunze ein Vermächtnis, das die Insel und ihre deutsch-mallorquinische Gemeinschaft nachhaltig geprägt hat. Mit ihrem Tod im Juli 2025 verlor Mallorca eine seiner prägendsten journalistischen Stimmen – doch ihre Texte, Bücher und die Erinnerungen an Gabriele Kunze bleiben.
